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Aktuelle Meldung



04.08.2015 - Kategorie: ELKRAS

ELKRAS/Ukraine: Friedensdienst in der Ukraine




Diakon Walerij Samochodnyj, verantwortlich fĂĽr den Jugenddienst der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in der Ukraine, schrieb uns im Juli folgenden Bericht ĂĽber die Lage in der Ukraine:



Das Wrack eines Panzers am Straßenrand. – Bild: Samochodnyj

Häuserruinen gibt es viele. – Bild: Samochodnyj

Ein Zeichen der Hoffnung: Die Hilfsgüter werden ausgeladen. – Bild: Samochodnyj

Für lange Zeit dominierte im Bewusstsein der Ukrainer ein romantisches Bild vom Krieg. Man drängt den Menschen die Ideen der endlosen Großtaten und heldenhaften Handlungen auf – obwohl ja Fürchterliches geschieht. Jetzt müssen die Ukrainer mit eigenen Augen sehen, dass der Krieg Zerstörung und Hunger bedeutet, Vernichtung und Störung des Lebens, dass Mütter ihre Söhne und Kinder ihre Väter verlieren.

 

Besonders schwer zu ertragen ist, dass Kinder und schutzlose Alte leiden. Viele Internate und Kinderheime im Osten des Landes sind ohne Strom, Heizung und sauberes Wasser.

 

In solchen dunklen Zeiten kann die Deutsche Evangelisch-Lutherische Kirche in der Ukraine den leidenden Landsleuten nicht schweigend zusehen. Während des Jahres organisieren wir zusammen mit anderen Organisationen etwa 30 humanitäre Lieferungen und freiwillige Hilfe, die im Gebiet der Freischärler dringend notwendig ist. Unsere Freiwilligen befördern »Lebensbrot« für Bedürftige – und riskieren dabei nicht selten ihr eigenes Leben. Durch sie aber sandte der barmherzige Gott seine Engel, die wirklich behütet waren und nicht nur einmal aus Beschuss unversehrt herausgeführt wurden.

 

Während der Zeit, in der die »Antiterroristischen Operationen« (ATO) durchgeführt wurden, gelang es unseren Mitarbeitenden, mehr als 2000 teure tragbare Hausapotheken, Hunderte von Kisten mit Lebensmitteln und noch mehr Kisten mit Kinderkleidung zusammenzutragen. Alles wurde weitergegeben – wie auch als Ergänzung Bibeln für Begegnungen zur notwendigen Begleitung von Gemeindegebeten und zu Gesprächen über den Glauben.

 

Das Geleistete war nur dank des Erbarmens des Herrn und der Tatsache möglich, dass unsere Brüder und Schwestern nicht gleichgültig geblieben sind. Christus hat sie zu aktiver Anteilnahme bewegt.

 

Solange der Krieg noch nicht beendet ist, wird die Menge der Opfer ansteigen. FĂĽr unsere Mannschaft ist es eine Ehre, BrĂĽcken zu bauen, die sich opfernde Herzen mit den Leidenden verbindet.

Diakon Walerij Samochodnyj, Jugendgottesdienst der DELKU
Ăśbersetzung: Rainer Stahl und Tatjana Sastawnitschenko